Sektempfang

Beim Sektempfang. Sie schloss ihre Augen und errötete. Warum?

Vielleicht, weil ihr Blick im Moment auf das üppige Buffet gefallen war, und sie sich vorstellte, wie sie gleich zuschlagen würde, sich nah am Buffet positionieren, alle Köstlichkeiten probieren, hemmungslos schlemmen, die Blicke der anderen spüren, die abfälligen, aber auch die staunenden, bewundernden… Ja, ihre Buffetplünderungen waren legendär.

Vielleicht, weil sie Ihn eben wieder erblickt hatte. In ihrer Position war es ihr leicht gefallen, eine Einladung zu erhalten. Weder das Thema noch die Menschen hier interessierten sie wirklich – nur er. Inhaber einer Bäckereikette, erfolgreich, orientierte das ganze Unternehmen an Nachhaltigkeit und Regionalität – und arbeitete, das war ihr sofort aufgefallen, mit auffallend vielen üppigen und dicken Angestellten. Seitdem sie ihn vor einem halben Jahr zum ersten Mal getroffen und gesprochen hatte, wollte sie seine leitende Angestellte werden. Ach was. Seine Chefin. Je nachdem.

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Shopping Queen

Gesehen neulich in der Fußgängerzone einer Kleinstadt. Sie hatte viel eingekauft. Die zu engen Schuhe bereits ausgezogen und in die Hand genommen. Sprach zu ihrer Freundin: „Boah, jetzt brauch ich einen Kaffee. Und zwei, nein: drei Stücke Torte. Energienachschub, hihi“. Absolut schön zu sehen, wie ihr schon jetzt überaus gut gefüllter Oberbauch beim Gehen wogte und bebte.

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(Ein Bild übrigens, bei dem man gut sehen kann, wie ich beim Vorzeichnen mit Bleistift ständig aufrunde, den dicken Leib noch etwas runder, üppiger, voller mache)

 

Aufrundungen II

Eigentlich mochte sie ihre Rundungen, ihre schwere Brust, ihren vollen Bauch mit den zwei weichen Bauchwalzen. Nur: Sie hielt sich für unproportioniert. Zu viel Bauch und Brust, ansonsten zu wenig von allem. „Runde mich so auf, dass neben Brust und Bauch auch Schenkel, Po, einfach alles runder ist. Und ich etwas wohlproportionierter“.

Ich habe es versucht, ihr die geniale Apfelform gelassen mit einem wunderbaren Bauch und einem großen Busen. Und ich habe ihr etwas mehr Birne gegeben: Dicke Schenkel und einen vollen Po. Sie war sehr zufrieden: „Eis statt Handy. Das ist wohl das, was ich jetzt tun muss, damit ich deinem schönen Bild von mir näher komme“.

Anfrage: Aufrundungen

Im Sommer drei Mal geschehen: Eine Frau schreibt mich an, schickt mir ein Bild von sich. Ob ich sie malen könnte, wie sie mit einigen oder sehr viel Extrapfunden aussehen würde. Zum Teil sind es Menschen, die im wirklichen Leben gerade zunehmen. Zum Teil auch Menschen, die davon träumen, ohne den Traum zu realisieren. So oder so: Eine – auch für mich – lust- und genussvolle Angelegenheit.

Klar: Die Vor-Bilder werden hier nicht gezeigt, die Gesichter sind typähnlich.

Nachgemalt

Manche Bilder (die Berliner Begegnungen zum Beispiel) sind inspiriert von Augen-Blicken im wirklichen Leben: Ich schaue hin, die Impressionen prägen sich in meiner Netzhaut ein, ich kann noch tagelang später die Bilder abrufen und in Skizzen umsetzen.

Andere Bilder sind inspiriert oder fast identisch abgemalt von Fotos, die im Internet verfügbar sind. Hier drei solcher Nachzeichnungen:

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Was für ein gewaltiger Bauch. Und dann noch so prall über den Hosenbund getragen.

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Es ist ihr so irre heiß – sie fächelt sich Luft zu. Aber woher kommt die Hitze? Die Raumtemperatur liegt kaum über 20 Grad…

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Sektempfang zur Eröffnung von „Breit&Innig“, einer Galerie, in der nur Werke von und mit runden Menschen ausgestellt werden, Zeichnungen, Skulpturen, Videoinstallationen.

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Schlemmerrestaurant: Die Folgen

Vom Schlemmerrestaurant wurde hier berichtet, von Evi, der Servicefrau, Rosi, der Geschäftsführerin und Vroni, der Köchin. Von den sogenannten Ruhetagen im Goldenen Ochsen, an denen die drei die Einnahmen und die Reste genussvoll verfuttern. Von den Gästen, die die gewaltigen Portionen schätzen und oft lange in den behaglich eingerichteten Separées verweilen, schlemmen und genießen.

Wir hatten Gelegenheit, eine Gästin zu sprechen, Annalena G. (37), die mit ihrem Mann mindestens einmal wöchentlich im Goldenen Ochsen einkehrt.

– Ihr Lieblingsgericht, Frau G.? Eigentlich alles. Aber besonders schätze sie die fett herausgebratenen Maultaschen und die hausgemachten Nudeln mit Vier-Käse-Sahne-Sauce.

– Was sie besonders schätzt am Goldenen Ochsen? Dass man hier nicht angestarrt wird, wenn man üppig schlemmt, im Gegenteil: Dass man unterstützt wird durch die gewaltigen Portionen und die attraktiven Flatrate-Angebote. Ihr Mann ergänzt: Die Separées sind genial! Wie ich da meine Frau verwöhnen kann… das brauchen nicht alle zu sehen!

– Ein Verbesserungsvorschlag? Annalena G. lacht: Bei meinem gewaltigen Bauch ist der Tisch manchmal im Weg. Vielleicht den Tisch halbkreisförmig aussägen – damit ich auch in Zukunft mit noch mehr Wampe kommen kann!

1604_birnen_FotorUm Frau G.s Aussage zu verstehen, kann eine Ganzkörperansicht hilfreich sein…

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