Retrospektive 1998/99

Fünf Bilder aus der Zeit, in der PeterB begann: 1997 hatte ich den ersten Internetzugang und einen Scanner. Und schon viele Bilder gemalt. Ich müsste in meinen Skizzenheften nachschauen: Ich denke, dass einige dieser Bilder lange vor 1998 entstanden sind. Damals: Große Sehnsucht nach runden Frauen, dicker Erotik. Großes Bedürfnis, mich damit im Netz zu zeigen. Noch vor meinem „Coming out“, noch bevor ich den Mut hatte, die Verhältnisse zu ändern, in denen ich lebte.

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Malpause

Von Oktober bis jetzt: Mal- und Veröffentlichungspause. Andere Baustellen in meinem Leben haben die ganze Energie ge- und verbraucht. Jetzt komme ich langsam wieder zum Atmen, die Lust am Malen und Fabulieren kommt wieder.

Ein Bild zum Start nach der Pause:

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Im vergangenen Jahr war die graue ihre Lieblingssommerstoffhose. Nach dem verfressenen Winter war ihr klar, dass nicht mehr alles vom letzten Sommer passen würde. In die Hose hatte sie sich mit viel Kraft hineingezwängt, sie saß stramm, es gelang ihr gerade noch, den Hosenbund zu schließen.

Erleichtert atmete sie aus, ließ den eingezogenen Bauch wieder los…. Und: Das Bild zeigt den Moment unmittelbar bevor die Stoffhose riss, der Bund platzte, der gewaltige Bauch seine Freiheit wieder fand…

Von Anfang an…

…ist hier die Entstehung eines Bildes festgehalten, von der ersten Bleistiftskizze bis zur dreifarbigen Ausfertigung.

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Das Ergebnis kommt auf der folgenden Seite (wobei es oft eher ein Aufhören ist als ein richtiges Finish).

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Kein Anspruch. Schlicht Bildchen.

Immer wieder Anflüge in den letzten Monaten und Jahren, eine künstlerische Haltung auszubilden. Technik und Ausdruck weiterzuentwickeln. Versierter zu werden mit der Darstellungen von Händen etwa oder mit Schattierungen. Oder gar das Sujet zu verfremden, zu brechen. Die Last der Schwere im Bild einzufangen, die dunklen Seiten des Übergewichts. Viel gäbe es zu optimieren, zu entwickeln. Meine Pause hier hat damit zu tun.

Lass es, habe ich mir gedacht. Was ich hier mache, sind Bildchen, mir zum Vergnügen und zur erotischen Lust. Keine hohe Kunst. Wie existentiell, anspruchsvoll und riskant eine gelebte künstlerische Haltung sein kann, habe ich von (richtigen) Künstlern in den letzten Jahren gelernt. Und großen Respekt entwickelt. Etwas von dieser Haltung lebe ich in meinem Brotberuf, bei dem es nicht um Bilder geht. Hier aber nicht. Vielleicht müsste ich umfirmieren von „Rundekunst“ zu „RundeRumMalerei“ oder „RundeKritzelei“. Ach, ich lasse es bei der „runden Kunst“: Kleine, anspruchslose, dafür üppig-runde Kunst.

Zur Untermalung der Anspruchslosigkeit und der Lust: Ein Bildchen aus meine Frühzeit, irgendwann 1992 oder 1993 entstanden, auf der Rückseite eines Telefon-Notiz-Formulars meines damaligen Arbeitgebers:

1405-uralt1

Barocke Skizzen 2

Weitere Bilder nach barocken Skizzen. Und ein Gedanke dazu: Auch wenn die Attribute „Barock“ oder „Rubens“ nahe legen, die Frauen jener Zeit wären üppiger als Frauen heute, so musste ich die hier skizzierten Damen doch erheblich aufrunden. In den Originalskizzen sind sie erstaunlich schlank, fast grazil. Wie viele andere barocken Vorlagen auch. Meine These: Es gibt heute in Wirklichkeit möglicherweise mehr üppige, runde und dicke Frauen als damals?! Schön wär’s!

Spiegelhalterin   Fast nackt