Rückansichten

Zwei Rückansichten, die faszinieren.

Ludmilla, links: „Ich bin das lebende Beispiel für die Redewendung, manche Leute müssten darauf achten, mit dem Hintern das nicht wieder umzureißen, was sie mit den Händen aufgebaut haben. Das könnte mir oft passieren. Aber ich bin geübt, kenne meine ausufernden Rundungen seit Jahren“.

Renate, rechts: „Och, ich habe mich daran gewöhnt, dass links und rechts von mir manches fällt und zurückweicht. Einfach selbstbewusst meinen Weg gehen. Das habe ich mit meinem fülligen Format gelernt. Meistens fallen links und rechts Männer – auf die Knie. Hihi!“

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Oh, es wird eng…

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„Oh, es wird eng“, dachte sie, als sie zum ersten Mal im elegantem Sessel saß, den ihr Freund gekauft hatte. Aber von Anfang an:

Die Lieferung hatte auf sich warten lassen. Ein halbes Jahr mussten sie sich gedulden, bis das Designerstück aus Italien endlich eintraf. Schon damals im Laden hatte ihr Freund sie geneckt: „Na, da hast du aber gerade so Platz.“ Und er hatte Recht: Im Sommer passte kein Blatt Papier zwischen den Sessel und ihre Hüften.
Aber sie wollte diesen Sessel unbedingt. Notfalls würde sie eben auf das übliche Dritte Stück Kuchen am Nachmittag verzichten …

Nach der Bestellung war dann der Sessel bald vergessen. Der Sommer war heiß, sie genoss regelmäßig reichhaltiges Eis, dann kam der Herbst und der Winter: Fondue, Plätzchen, deftige Küche. All diese Gaumenfreuden hinterließen eine süße Erinnerung, vor allem an ihren Hüften und ihrem Po.

Eines Tages dann klingelte es an der Tür: Der Sessel war da. Gemeinsam packten sie ihn aus, sie konnte es kaum erwarten, ihn auszuprobieren. „Oh, es wird eng“, dachte sie sich, als sie sich vorsichtig niederließ.

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