Aktuell: Beim Herrenausstatter.

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Ich sah sie neulich beim Herrenausstatter, als ich meinen Anzug abholte. Ihr Mann war gerade dabei, neue Jeans zu kaufen oder einen neuen Sakko. Sie zwängte ihren Luxuskörper ächzend in den viel zu kleinen Sessel. Aus meiner Sicht war es unerheblich, was ihr Mann einzukaufen vorhatte. Ich hätte nur Augen für seine Frau gehabt. Wahrscheinlich nicht nur ich… Sesselsprengender Körper, sesselsprengende Ausstrahlung dieser selbstbewusst strahlenden Frau.

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Oh, es wird eng…

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„Oh, es wird eng“, dachte sie, als sie zum ersten Mal im elegantem Sessel saß, den ihr Freund gekauft hatte. Aber von Anfang an:

Die Lieferung hatte auf sich warten lassen. Ein halbes Jahr mussten sie sich gedulden, bis das Designerstück aus Italien endlich eintraf. Schon damals im Laden hatte ihr Freund sie geneckt: „Na, da hast du aber gerade so Platz.“ Und er hatte Recht: Im Sommer passte kein Blatt Papier zwischen den Sessel und ihre Hüften.
Aber sie wollte diesen Sessel unbedingt. Notfalls würde sie eben auf das übliche Dritte Stück Kuchen am Nachmittag verzichten …

Nach der Bestellung war dann der Sessel bald vergessen. Der Sommer war heiß, sie genoss regelmäßig reichhaltiges Eis, dann kam der Herbst und der Winter: Fondue, Plätzchen, deftige Küche. All diese Gaumenfreuden hinterließen eine süße Erinnerung, vor allem an ihren Hüften und ihrem Po.

Eines Tages dann klingelte es an der Tür: Der Sessel war da. Gemeinsam packten sie ihn aus, sie konnte es kaum erwarten, ihn auszuprobieren. „Oh, es wird eng“, dachte sie sich, als sie sich vorsichtig niederließ.

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