Der allerdickste Weihnachtsengel

Wumme noch fliegendAlles flog auf, als sie nicht mehr auffliegen konnte, die dicke Weihnachtsengelin Wumme. Überaus vollgefressen, zentnerschwer und üppig rund kam sie schlicht nicht mehr nach oben. Die kleinen, im Grunde aber starken Flügel wollten ihr Gewicht nicht mehr tragen.

Wie kam es dazu? Nun, zum einen war Wumme schon immer üppig und rund. In den himmlischen Heerscharen war sie schon früh durch ihre Leidenschaft für gutes Essen aufgefallen. Bis vor einigen Jahren war sie mit damals 360 englischen Pfund noch als besonders wohlgerundeter Barockengel durchgegangen, die neben den schnellen Verkündigungsengeln eine eigene Fraktion in den Engelsscharen ausmachten.

Schon vor drei Jahren hatte der zuständige Botenengel ihr eine erste liebevolle Warnung mit auf den Weg gegeben: Wir Engel bringen wohl etwas vom Paradies auf die Erde. Aber bei Dir ist‘s bald zu viel… und pass auf, dass Du nicht zu schwer für das Fliegen wirst! Wumme lachte nur und sagte: Ich künde eben von himmlischen Genüssen!

Schuld daran, dass Wumme nun in den letzten Jahren so maßlos zugelegt hatte, war ein Verdreher im Dienstplan. Sie wurde als Botenengel eingesetzt, die vor dem Einsatz des Weihnachtsmannes erkunden sollte, wo an wen wieviel Weihnachtsgeschenke ausgeliefert werden sollten. Soweit so gut. Nur war es der himmlischen Einatzleitung entgangen, dass Wumme gerade in den Wohngegenden zum Einsatz kam, wo Weihnachten schon nach irdischen Maßstäben üppig und reichhaltig gefeiert wurde.

Wumme beim NaschenSo kam Wumme in Häuser, in denen schon vor Weihnachten überall und reichhaltig Plätzchen, Gebäck, Kuchen und allerhand Leckereien herumstanden. Und Wumme fand schnell heraus, dass absurderweise in jenen Gegenden viele Menschen ständig bemüht waren, ihr Gewicht zu halten und nicht zuviel zu essen. Sie entschloss sich, den Menschen aus diesem Dilemma zu helfen. Und griff im Vorbeifliegen zu. Anfangs vorsichtig und nur wenig, nach einigen Tagen aber ungeniert und maßlos. Sie aß und genoss. Sie holte sich mit vollen Händen, was überreich herumstand. Sie erkundete die Häuser und leerte die Gebäckkisten. Manchmal hörte sie die Bewohner sagen: Wo nur das ganze Weihnachtsgebäck schon wieder hingekommen ist… und musste leise lachen.

So kam Pfund zu Pfund, Rundung zu Rundung. Dazu noch die himmlischen Speisen, die den Engel unbegrenzt zur Verfügung standen. So waren Wummes Tage eine einzige wollüstige Schlemmerei.

(Fortsetzung folgt)

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