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Retrospektive

15Aug07

Wieder einige Bilder aus alten Skizzenbüchern. Alle noch aus der Phase, in denen auch der Rot- bzw. Rötelstift im Einsatz war. Die dritte Frau in der Linie heißt Sabine, als Kind schon war sie mollig und schwer, was ihr den Spitznamen „Wumme“ einbrachte. Diesen Namen, der ursprünglich spöttisch und verletzend gemeint war, hat sie als ihren Namen mittlerweile übernommen: „Ich bin ja auch eine richtige Wuchtbrumme geworden – also: Wumme! Das finde ich einen schönen Ehrentitel!“

Retro3 Retro2 Wumme Retro1


Kerwazeit, Kirchweihzeit: Irgendwo im Sommer wird immer gefeiert, sei es die Weihe einer Kirche, sei es einfach so. Und irgendwo im nordbayerischen Kerwasommer habe ich diese junge Frau gesehen, die mit einer Gruppe ähnlich dicker junger Frauen zum Fest gezogen ist, aufgedreht und aufgestylt. Sie war die Anführerin, die lauteste, die im Zentrum. Party war angesagt im Festzelt. Schade, dass ich weiter musste, ich hätte sie gerne feiern, tanzen und flirten gesehen.

Kerwasommer 2007


Berge, Wälder, Schluchten. Schwer zu bezwingen. Das Gebirg lebt, sagen manche, die Bergflanken täten nachts atmen, sich heben und senken wie der Bauch eines üppigen Weibs, sagen manche. Man spricht von Kobolden und Erdgeistern. Manche schon seien dort verschollen und verloren gegangen. Und die, die zurück gekommen seien, hätten ein wirres, verzücktes Flackern in den Augen und seien tagelang wie benommen gewesen. Schweres Gebirg.

Schweres Gebirg


Drei auch im Original sehr kleine Skizzen aus den frühen Monaten des Jahres 2002. Diese Skizzen sind, wenn man so will, kleine Fingerübungen gewesen. Vielleicht erkennt jemand das „Programm“ dahinter: Auf jedem Bild ist eine Dimension dicker Schönheit besonders hervorgehoben, die breiten schweren Schenkel, der weite wohlgerundete Po – oder der üppige Busen.

Zum Bild der rauchenden Dame mit Oberweite habe ich eine tiefe Erinnerung: Vor über 30 Jahren war ich zum Schüleraustausch in England – in London, Exeter und Cornwall. Damals hat mich eine Zigarettenwerbung mit dem Bild einer ähnlich üppigen und oberweiten Schönheit verzaubert, als 13- oder 14jährigen Jungen. Die Vorliebe ist alt und sitzt tief…

Britta Polly Buletta


das wochenende rückt näher – und damit der 07.07.07. absolute hochzeithochzeit. so auch für die hier abgebildete schönschwere braut. aber: warum trägt sie die hochzeitstorte? und wohin? torten- statt brautentführung? austausch gegen eine wirklich groß-gehaltvolle torte? wem eine originelle antwort einfällt: hackt sie in die kommentarzeilen!

hochzeit


ist der titel einer interessanten ausstellung von exponaten der staatlichen museen zu berlin in der kunsthalle würth in schwäbisch hall: alle möglichen exponate aus zweitausend jahren kunst, die irgendwie rund sind oder rundungen zeigen, wurden dort versammelt: thematisch gegliedert, zuweilen etwas patchworkartig zusammengestellt, aber inspirierend und schön in der architektonisch genialen kunsthalle.

ein sujet aber fehlt leider fast ganz: der runde menschliche körper, die ästhetik der weichen und üppigen formen. neben das ‘titelbild’ der ausstellung, damien hirsts „beautiful exploding turquoise nebula painting“ von 1998 (rechts), habe ich mir deswegen erlaubt einen eigenen beitrag zum thema zu stellen (links).

shilouette5beautiful exploding turquoise nebula painting


richtig rund

16Jun07

die resonanz war deutlich und deutlich positiv: also werde ich hier zwei weitere sehr runde dicke üppige schwere schöne frauen zeigen. beide sind anfang des jahrtausends entstanden und irgendwie typähnlich ;-) . ich habe noch mehr – aber gemach, gemach…
gitte 0301hyper.jpg


als ich vor jahren mit rundekunst.de online ging, war ich überrascht, wie viele „betroffene“, also runde frauen, positiv auf bilder und texte reagieren, sie manchmal sogar als ermutigung sehen. intuitiv hätte ich damit gerechnet, dass eher männer aus (mir sehr) naheliegenden gründen auf die bilder reagieren würden.

dass es aber auch andere reaktionen von runden frauen auf rundekunst gibt, kritische und skeptische, zeigt folgender mailwechsel, der sich aus einem gästebucheintrag entwickelt hat und den ich mit einverständnis der autorinnen wiedergebe, die offensichtlich davon ausgehen, dass ich mit rundekunst.de auch kommerziell erfolgreich sei (was leider überhaupt nicht stimmt). der gästebucheintrag zuerst:

Sie: Ich bin eine von denen, welchen Du auflauern würdest. Deswegen freue ich mich einerseits über die Bilder, die du so ausdrucksstark malst und andererseits enttäuscht mich die Feigheit, die aus deinem Bericht über deine Vergangenheit hervorgeht. Nochmal so einer, der eine Schlanke geheiratet hat! Da wunderst du dich, daß die allermeisten Dicken nur wenig selbstbewußt sind? In einer Welt voller Kerle, wie Du einer zu sein scheinst? Trostlos, gebe es da nicht noch einige wenige Mutigen.

peterB: ja, es stimmt, ich war feige in meiner jugend… Continue reading ‘rundekunst kontrovers’


kuligekritzel

08Jun07

als beispiel für ein bild, zu dem es noch lange keine serie geben wird, das mir gleichwohl gefällt, hier diese kugelschreiberskizze. sie könnte gerade einkaufen gehen, diese runde und bauchige dame. oder früh ins büro. sie liebt den gegensatz zwischen ihrem schweren körper und den filigranen stilettos.


rainer schrieb am 8. mai in mein gästebuch: „Bitte mit Zille weitermachen diese Bilder haben meine Liebe runder Frauen gegenüber geprägt.“ – ein bild habe ich noch auf lager, es kommt hier. für rainer und für alle anderen zille-fans. hier:

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