Bille überbreit
Bille aß einfach zu gerne. Daraus machte sie auch keinen Hehl. Gut, es konnte auch jeder sehen – sie war eine der dicksten und schwersten Frauen in der Stadt, wahrscheinlich sogar die dickste überhaupt. Mir schmeckts verdammt gut, sagte sie. Und ich fühle mich wohl in meiner Fülle. Und sie war erfolgreich. Im Geschäft, als Buchhändlerin. Sie hatte sofort nach der Übernahme ein kleines Café in der Buchhandlung eingerichtet, da gab es alle nur denkbaren Leckereien. Cafe Eigennutz, nannte sie es und war selbst ihre beste Kundin. Wer sich von ihr beraten ließ, setzte sich zu ihr aufs breite Sofa und ließ sich erzählen, was gut war. Sie kannte die aktuelle Literatur und gab hilfreiche Hinweise. Bedienen Sie sich ruhig auch, lud sie die Kunden ein, und zeigte auf die Leckereien, die um sie her aufgebaut waren. Und nach Ladenschluss ging es dann richtig zur Sache: Schmökern und futtern, nannte sie die üppigen, sich lange hinziehenden Sessions, zu der sie sich in ihre gleich hinter dem Laden liegende Wohnung verzog. Und zu denen sie immer öfter eine kleine Schar ausgewählter Kunden einlud. – Aus der Bahn, rief sie zuweilen, wenn sie, was selten vorkam, sich aus dem Sofa hochwuchtete und in voller Breite zu einem Regal ging, um ein Buch zu holen, ich habe Überbreite!
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Hallo Peter B.
Das ist mal ein schönes (wenn auch von Dir unbewußtes) Geburtstagsgeschenk
Gerne wäre ich auch Kunde in Billes Buchgeschäft. Nicht nur wegen der Leckereien, nicht nur, um ein Buch zu lesen, als vielmehr, diese Prachtfrau zu besuchen, zu sehen, zu beäugeln,…
(Nachtrag)
Grüße und ein gutes sowie kreatives neues Jahr wünschend,
Tom